Armutszahlen zwischen „Rekordhoch“ und „relativ gering“ – Kontroversen und Positionierungen zur aktuellen Armutsberichterstattung

Alle Jahre wieder: Alarmierende Befunde im Zuge der Armutsberichterstattung. 2019 waren rund 13,2 Millionen Menschen in Deutschland von Einkommensarmut betroffen, weist der kürzlich erschienenen Armutsbericht des Paritätischen Verbandes aus (Pieper et al. 2020). Im Gegensatz zu der Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung (zuletzt BMAS 2017) teilte jedoch das Statistische Bundesamt jüngst zum Tag der Kinderrechte medial wirksam mit, dass seit 2010 die Armutszahlen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sinken (Destatis 2020).

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Nicht Corona, sondern die Verhältnisse machen Kinder arm

„Corona macht Kinder arm“ titelte die taz am 23. Juli 2020. Kommentiert wurde unter dieser Überschrift eine aktuelle Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung zu der Studie „Materielle Unterversorgung von Kindern“. Dass Kinder wie auch Menschen anderer Altersgruppen in einem als strukturell reich anzusehenden Land wie der Bundesrepublik Deutschland unter Armutsbedingungen leben, wird nicht nur in dieser Studie, sondern regelmäßig mit dem Erscheinen der Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung auf die politische und…

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