Sprache als Konstruktion von Wirklichkeiten – oder: „Abrakadabra“

In der taz am Wochenende des 6. und 7. Februars diskutiert die Journalistin Ulrike Winkelmann die Sprachpolitik und macht darauf aufmerksam, dass Sprache in ihrer konstituierenden Kraft der Gefahr unterliege, Dinge „schönzureden“ [1]. Dies, so Winkelmann, sei insbesondere dann mit Vorsicht zu gebrauchen, wenn Sprache und Sprachregeln durch politisch Mächtige mit einem Herrschaftsanspruch einhergingen. Für diese Perspektive sind der Gesetzesentwurf des „Jugend-stärkungs-Gesetz“ oder der Begriff Klimawandel prominente und aktuelle Beispiele, die…

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Wollen wir die sein, die behaupten müssen, nichts gewusst zu haben?

Zur Frage der Menschenrechte an den EU-Außengrenzen nach dem Brand von Moria Seit in der Nacht zum 9. September das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos abbrannte, haben europaweit mindestens 177 Demonstrationen stattgefunden, die sich für die sofortige Evakuierung der Menschen und eine humane Flüchtlingspolitik einsetzten – getragen von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Bewegungen und Einzelpersonen in zahlreichen europäischen Ländern (Geiler 2020, EMA 2020). Eine dieser Demonstrationen war der äußere Anlass für den…

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Ein weiteres „Zeitalter des Irrationalen“?

Die Studien des Historikers James Webb „Die Flucht vor der Vernunft“ sowie „Das Zeitalter des Irrationalen“ verdeutlichen materialreich und theoretisch elaboriert für das 19. Und 20. Jahrhundert ein seltsames Nebeneinander von Verwissenschaftlichung und gesellschaftlicher Aufklärung sowie einem Erblühen krudester Denkgebäude und deren gesellschaftlicher Formation. Die Sehnsucht nach mächtigen Herrschern, religiöser Fanatismus, Glaube an unsichtbare Mächte, sektenhafte Verehrung von Guru-Figuren und die Annahme einer jüdischen Weltverschwörung - nach der großen Demonstration von…

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