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Gesellschaftliche Transformationen gestalten

Gründungsfeier und wissenschaftliche Tagung des ITES am 12./13. Mai 2022

Mitte Mai fand in Kassel in der Neuen Denkerei die festliche Gründungsfeier des ITES statt. Nachdem das Institut für Theorie und Empirie des Sozialen im August 2020 mitten in der Sars-Cov-2-Pandemie gegründet wurde, konnten wir erstmalig eine Tagung unter pandemischen Bedingungen ausrichten. Mit dem Titel „Gesellschaftliche Transformationen gestalten“ knüpfen wir an die Diskurse zu den vielfältigen gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen an. Wir diskutierten, welchen Beitrag ein außeruniversitäres Forschungsinstitut wie das ITES zu dem notwendigen Dialog zwischen sozialpädagogischer Theorie und Praxis leisten kann. Insgesamt 50 Teilnehmer*innen aus verschiedenen Handlungsfeldern (Politik, sozialpädagogische Praxis, politische Bildung, Forschung und Lehre,…) beschäftigten sich zwei Tage lang mit der Frage, wie sich gesellschaftliche Transformationen gestalten lassen.

In den Pausen konnten die Teilnehmer*innen sich an der Posterwand (hinten im Bild) über aktuelle Arbeitsgruppen und Projekte des ITES informieren.

Podiumsdiskussion und Theorie-Praxis-Dialog

Den Auftakt bildete – nach den Grußworten des ITES Sprecher*innenteams des Vorstands: Julian Sehmer, Svenja Marks, Heike Gumz, Peter Cloos und Leonie Wagner – eine Podiumsdiskussion. Diese wurde von Uwe Josuttis (ITES) moderiert. Geladen waren verschiedene „Akteur*innen der Transformation“: Dr.in Martina van den Hövel-Hanemann (Kommunalpolitikerin Bündnis 90/Die Grünen), Rut Wilken (AKGG), Dr.in Maria Seip (Bildungsstätte Anne Frank) und Julian Sehmer (ITES) diskutierten dabei ihre unterschiedlichen Positionierungen und die strukturellen Herausforderungen, mit denen sie gegenwärtig konfrontiert sind. Es wurde deutlich, dass das Engagement für Transformationen über unterschiedliche Strukturierungen in den jeweiligen Institutionen und Organisationen erschwert ist und eine Verstetigung von möglichen Veränderungsprozessen immer wieder an Grenzen stößt. Es wurde auch deutlich, dass keineswegs klar ist, was genau mit dem Begriff der gesellschaftlichen Transformationen gemeint ist. Einig waren sich jedoch alle, dass die gegenwärtigen Verhältnisse – Fachkräftemangel, Klimakrise, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, Covid-19-Pandemie, sich verschärfenden rechte Dynamiken und Ungleichwertigkeitsideologien – einerseits Transformation erzeugen, andererseits jedoch auch Transformation notwendig machen.

Auf dem Podium diskutierten: Julian Sehmer, Maria Seip, Rut Wilken, Uwe Josuttis und Martina van den Hövel-Hanemann (v.l.n.r.)

Keynotes: Gesellschaftliche Transformationen

Am nächsten Tag folgten vier theoretisch wie empirisch fundierte Keynotes zu zentralen gesellschaftlichen Themen, die Sozialpädagogik tangieren. So zielte die erste Keynote auf sozialstrukturelle Rahmungen und den Stellenwert Soziale Arbeit unter wachsenden sozialen Ungleichheiten ab (Prof. Dr. Werner Thole/TU Dortmund). In einem zweiten Beitrag wurden die sozial- und bildungspolitischen Veränderungen und Herausforderungen im Feld der Pädagogik der Kindheit kritisch beleuchtet (Prof.in Dr.in Tanja Betz/JGU Mainz). Drittens, wurde austariert, was und wie Fragen einer ökologischen Transformation der Sozialen Arbeit angestoßen werden könnten (Prof.in Dr.in Alexandra Retkowski/BTU Cottbus-Senftenberg) und viertens wurden die Kontinuitäten rechter, rechtspopulistischer und rechtsextremer Dynamiken hervorgehoben, die auch die Soziale Arbeit herausfordern (Prof.in Dr.in Gesa Köbberling/FH Freiburg).

Das Sprecher*innenteam des ITES, unsere Vorstandsmitglieder 2020-2022: Leonie Wagner, Julian Sehmer, Peter Cloos, Heike Gumz und Svenja Marks

Die Tagung war ein gelungener Auftakt für den inhaltlichen Austausch zu zentralen sozialpädagogischen Themen, die regionalen Bezug aufweisen aber durchaus nicht ohne einen größeren gesamtgesellschaftlichen Rahmen zu diskutieren sind. Herzlichen Dank geht an alle Teilnehmer*innen, Keynote-Speaker*innen, Diskutant*innen, die freundliche und gelungene Bewirtung der Mitarbeiter*innen der Neuen Denkerei und insbesondere an das Orga-Team zur Tagung: Peter Cloos, Markus Eckl, Uwe Josuttis, Svenja Marks, Markus Sauerwein und Maximilian Schäfer!

Autor*innen-Profil
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Stephanie Simon ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Pädagogik der frühen Kindheit (ISEP) der TU Dortmund.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Armut und soziale Ungleichheiten, Deutungen von Bildung & Erziehung, Kindheitsforschung, qualitativ-rekonstruktive Sozialforschung.

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